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 Bissendorf. Die ersten Tage der Festwoche sind vorüber. Mit großem Interesse nahm die Bevölkerung an den bisherigen Veranstaltungen teil.
     Der Ausflug, zu dem die Kirchengemeinde alle Mütter und Frauen am Montag eingeladen hatte, fand regen Zuspruch, und der Besuch in Corvey an der Weser wird den Teilnehmerinnen eine unvergeßliche Erinnerung bleiben. Am Dienstag las im vollbesetzten Amtskrug der Schriftsteller Rudolf Kinau aus eigenen Werken; seine Erzählungen und Gedichte, teilweise in Plattdeutsch, hinterließen starken Eindruck und fanden herzlichen Beifall. Bürgermeister Schlote sprach dem Dichter den Dank für sein Kommen aus. Heute abend findet im Amtskrug das Festkonzert statt, zu dem Georg Gerke (Violine) und Toni Zimmer (Klavier) gewonnen worden sind; das Programm umfaßt  Werke von Händel, Mozart, Beethoven, Lully, Kreisler und Sarasate. Am Freitag ist der „Tag der Heimat“ mit K.Haffner (Burgdorf) und R.Meitsch (Hannover) als Rednern.
    Am Sonnabend und Sonntag sind nun die Hauptfesttage zu erwarten. Um 9 Uhr wird die Schulturnhalle geweiht, hierzu werden bereits die Vertreter der Behörden, der Regierung und der Kreisverwaltung erwartet. Um 11 Uhr versammeln sich die geladenen Gäste im Theatersaal des „Alten Amtskruges“ zu dem Festakt zur 600-Jahr-Feier. Nach den Begrüßungsworten führt ein Vorwort in die Geschichte Bissendorfs ein, danach folgt die Uraufführung des Festspieles. Richard Brandt (Wennebostel) hat es verfaßt und läßt in drei fesselnden Bildern entscheidende Ereignisse aus der Geschichte Bissendorfs lebendig werden. Der Autor, der als Heimatforscher weitbekannt ist, hat auch den Festvortrag über Werden und Entwickelung der Gemeinde Bissendorf übernommen. Nach dieser Feierstunde folgt für die geladenen Gäste ein Festessen. Am Abend wird ein Festball im Gasthaus „Zur Eiche“ (Ohlhorstschen Saale) alt und jung vereinen.
   Das Programm am Sonntag leitet ein Gottesdienst mit anschließender Kranzniederlegung ein. Der Heimatbund Niedersachsen tagt dann, und die Mitglieder und die Dorfbewohner können um 11 Uhr das Festspiel im Ohlhorstschen Saale sehen. Da zu der Aufführung des Festspieles am Nachmittag mit starkem Andrang zu rechnen ist, ist es ratsam, diese Aufführung am Vormittag zu besuchen.
   Um 13.30 Uhr ist der Beginn des Festumzuges. Die Teilnehmer stellen sich um 13 Uhr am Eckernkamp (am Schießstand) auf. Anschließend die Festrede von Dr. Walter Lampe. Volkstänze der Landjugendgruppe Wedemark und musikalische Umrahmung des Gemischten Chores Bissendorf werden erfreuen. Um 16.30 Uhr erfolgt eine letzte Aufführung des Festspiels im Gasthaus „Zur Eiche“, und am Abend ist ein gemütliches Zusammensein als Ausklang der 600-Jahr-Feier in den Gaststätten Bissendorfs.

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600-Jahre                         Die 600-Jahr-Feier Bissendorfs im Jahre 1960  (1360-1960) stellte sich 25 Jahre später als Flop heraus. Bis dahin gab es aber keine anderen Erkenntnisse und somit waren alle Aktivitäten, die zu dieser Feier entwickelt worden waren, zu Recht aufgeboten worden.

Dass sich im Jahre 1985 das viel höhere Alter von Bissendorf mit 700 Jahren herausgestellt hatte, sollte die Ereignisse von 1960 in keinster Weise schmälern. Immerhin war die Deutsche Mark gerade mal erst 12 Jahre alt und niemand konnte sich viel erlauben. Das sah 1985 ganz anders aus, denn da waren wir mitten im Wohlstandsland angekommen und konnten zur 700-Jahr-Feier etwas vorzeigen.                Hier gehts zur Festbroschüre 600 Jahre Bissendorf

 

Hier ein Bericht des Burgdorfer Kreisblattes zu den damaligen Veranstaltungen